Warum du Gesprächen oft nur halb folgen kannst

Warum du Gesprächen oft nur halb folgen kannst

Sep 22, 2025Arda Mehmet Sayar

Kennst du das? Du sitzt mit Freunden oder Kollegen zusammen, jemand erzählt dir etwas Wichtiges… und nach zwei, drei Minuten merkst du: Du bist komplett raus. Dein Kopf hat sich schon verabschiedet und hängt irgendwo zwischen dem Gedanken, was du heute Abend essen sollst, dem WhatsApp-Ping von vorhin und der Frage, ob du überhaupt noch zuhörst. Und plötzlich nickst du, obwohl du keine Ahnung mehr hast, was die Person gerade gesagt hat.

Das fühlt sich nicht nur peinlich an, sondern auch frustrierend. Du willst ja eigentlich zuhören. Du willst präsent sein. Aber dein Kopf macht einfach sein eigenes Ding.

Warum passiert das?

  • Dein Gehirn liebt Abwechslung. Monologe oder längere Erklärungen triggern schnell Langeweile, und dein Kopf sucht sich in Sekundenbruchteilen spannendere Gedanken.

  • Gleichzeitig fällt es dir schwer, Reize zu filtern. Jedes kleine Geräusch, jede Bewegung im Raum kann plötzlich wichtiger wirken als das, was die Person vor dir sagt.

  • Und dann ist da noch das Dopamin-Thema. Gespräche, die dir nicht sofort einen kleinen Kick geben, fühlen sich für dein Gehirn anstrengend an. Statt dranzubleiben, driftest du ab.

Das bedeutet nicht, dass du unhöflich bist. Dein Gehirn funktioniert einfach ein bisschen anders.

Was kannst du tun, um trotzdem besser dranzubleiben?

  • Mini-Anker setzen. Wenn dir jemand etwas erzählt, wiederhole im Kopf einzelne Wörter. Das zwingt dich, beim Thema zu bleiben.

  • Mitschreiben. Klingt nach Schule, aber ein paar Stichworte aufschreiben (Handy oder Block) bindet dich an das Gespräch.

  • Rückfragen stellen. Stell dir kleine Stoppschilder: Alle paar Minuten eine Frage oder ein „Ah, echt?“ einwerfen. Du zwingst dich so, präsent zu bleiben.

  • Kurze Bewegungen einbauen. Wenn möglich, steh kurz auf, geh ein paar Schritte oder halte etwas in der Hand, um deine Energie zu kanalisieren.

Du bist nicht „schlecht im Zuhören“. Dein Kopf springt nur schneller als der von anderen. Wenn du weißt, warum, kannst du Strategien finden, die dich wieder ins Gespräch zurückholen.

Und mal ehrlich: Wer will schon den ganzen Tag nur still dasitzen und zuhören? Dein quirliges Denken hat auch Vorteile. Es sorgt dafür, dass du kreativ bist, schnell neue Ideen entwickelst und Dinge aus einem anderen Blickwinkel siehst. Alles eine Frage, wie du es lenkst.



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